DA vom 12.09.2005

Denkmaltag haucht Post kurz wieder Leben ein


Am 26. Januar 1999 wurde die alte Post in Waldheim geschlossen. Seither werden Post und Pakete in zwei Postshops abgefertigt und ausgehändigt. Das zwischen 1917 und 1921 errichtete Postgebäude lag im Dornröschenschlaf. Dort, wo einst Lottoscheine angenommen und Gewinne ausgezahlt, Postsendungen ausgegeben und Zeitungen verkauft wurden oder Bürger Telefonate führen konnten, gewann über die Jahre der Staub die Oberhand. Niemand betrat mehr die Empfangshalle.

Vor wenigen Tagen erweckten Mitarbeiter der Stadtverwaltung die Räume, in denen noch vor einem Jahrzehnt täglich zahlreiche Bürger ein und aus gingen, zu neuem Leben. Vier Frauen und Männer waren notwendig, um die Eingangshalle wieder zugänglich zu machen.

Gestern konnten die Bürger anlässlich des Tages des offenen Denkmals nun endlich wieder das alte Postamt betreten und in Erinnerungen schwelgen. Reißenden Absatz fand eine kleine Broschüre, in der die geschichtliche Entwicklung des Waldheimer Postwesens niedergeschrieben ist. So erfährt der Leser unter anderem, dass im Jahre 1698 im Haus Obermarkt 47 die erste Posthalterei eingerichtet wurde. Noch heute existiert das gegenüber des Waldheimer Rathauses kurz vor der Zschopaubrücke errichtete Gebäude.

Präsentiert wurden gestern auch alte Postsendungen aus der Kriegszeit, Fotografien und zwei noch bis nach der Wende im Einsatz befindliche Post-Fahrräder.

Ob in das alte Postamt, das nach dem Tag des offenen Denkmals seine Türen wieder schließen musste, irgendwann wieder Leben einkehrt, steht in den Sternen. "Die Post AG bietet das Gebäude schon seit Jahren zum Kauf an. Doch bisher hat sich wohl noch keiner gefunden, der die alte Post haben will", erklärte Kristina Schütze, Leiterin des Kulturzentrums Waldheim.

tk