DAZ vom 19.08.2005

Ob sakrale Architektur oder letzte Ruhestätte bedeutender Persönlichkeiten - der Friedhof von Waldheim birgt viele Kleinodien

Waldheim (sro/saw). Wer über den Waldheimer Gottesacker geht begegnet auf Schritt und Tritt bedeutenden Namen aus der Geschichte der Zschopaustadt. Deshalb sei der Friedhof ein unterschätztes Kleinod dr Stadt, betont Gerhard Gugisch von der Interessengemeinschaft Denkmalpflege der Waldheimer Kultur und Heimatfreunde. Deshalb will sich seine Gruppe dem Gottesacker verstärkt widmen.
Nicht nur die historische Friedhofsmauer, die Kapelle von 1910 und die Kriegerdenkmale seien bedeutend. Auch die zahlreichen Erdgrabstätten, in denen teilweise stadtgeschichtlich bedeutsame Persönlichkeiten ruhten. Schon lange sei es Ziel, diese Aspekte der Öffentlichkeit bekannter zu machen. Dafür müsse im Rahmen von Aktion 55 oder den Ein-Euro-Jobs eine Dokumentation begonnen werden, die die Gräber genau aufliste. Später könnten die Grabstellen beschriftet werden, so dass sich Spaziergänger selbständig informieren könnten.
Die Interessengemeinschaft Denkmalpflege teilt die zu katalogisierenden Grabmäler in folgende Kategorien ein: Sakrale Architektur, Denkmäler bildender und angewandter Kunst, politische sowie Ehrenmahnmale und Gedenkstätten sowie Grabstätten bedeutender Persönlichkeiten aus Politik, Kunst, Kultur und Wissenschaften. Allein letztere Kategorie bringt es auf etwa 30 Objekte. Für einen Teil der Grabstellen wichtiger Waldheimer Persönlichkeiten unterzeichneten die Stadt und die Kirchgemeinde schon vor Jahren einen Vertrag über die Pflege der Grabstellen, wenn keine Ansprüche von Familienangehörigen bestehen und die Liegezeit abgelaufen ist.
Vor etwa zehn Jahren gab es schon einmal die Idee, Grabmäler bedeutender Personen in einer Art Ehrenhain auf eine dafür ausgewählte freie Fläche umzusetzen und damit zu konzentrieren. "Das hätte den Vorteil gehabt, das man die Grabmäler dann auch in konzentrierter Form hätte zeigen können," so der frühere Kulturamtsleiter Karl Schuster, damals Befürworter der Idee.
Sie scheiterte zum einen aus finanziellen Gründen. Zum anderen hätte erst die Zustimmung noch lebender Nachkommen eingeholt werden müssen, die auf die Grabstelle noch Ansprüche haben.