DA 23.03.2012

Foto: Lutz Weidler

Foto: Lutz Weidler

Waldheims Bürgermeister Steffen Blech (M.) bekommt als Vertreter der Zschopaustadt von Kurt Böhm Dieter Reinhardt, Albrecht Hänel und Klaus Friedrich (v.l.) das Waldheimer Baumbuch überreicht.

Von Cathrin Reichelt

Die Verfasser des Baumbuches haben das jetzt der Stadt übergeben. Einige Pflanzen sind besonders schützenswert.

Waldheim hat seinen Namen nicht ohne Grund. Auf jeden Einwohner kommen knapp 200 Bäume. So groß wie deren Zahl scheint das Interesse der Zschopaustädter an der Natur zu sein. Denn die erste Auflage des Baumbuches ist bereits vergriffen. "Wir haben die zweite Auflage in Auftrag gegeben. Sie wird etwa in zwei bis drei Wochen fertig sein", sagt Albrecht Hänel, Vorsitzender des Heimatvereins. Die neuen Bücher unterscheiden sich bereits von ihren Vorgängern. Denn in die zweite Auflage wurden zusätzliche Hinweise der Waldheimer eingearbeitet.

Botanisch bedeutend

Albrecht Hänel ist mit Klaus Friedrich, Kurt Böhm und Dieter Reinhardt ins Rathaus gekommen, um der Stadt das Baumbuch offiziell zu überreichen. Außerdem hat Friedrich eine Liste mit besonders schützenswerten Bäumen dabei. 22 Exemplare stehen darauf. Sie prägen Heimatverbundenheit, sind geschichtsträchtig oder botanisch bedeutend. Als Beispiele nennt Klaus Friedrich die 600 Jahre alte Oberwerderweide, die 15-stämmige Ahorngruppe am Weg nach Rauschenthal, den Ginkgo-Baum an der Florena-Passage und Paechs Linde an der Straße nach Neuwallwitz in Reinsdorf. Sie hat einen Stammumfang von 10,5 Metern.

Es gibt eine Menge Bäume, die Ortsbild prägend sind und das Stadtklima verbessern", meint der Naturexperte. Ihm sei bewusst, dass 22 sehr viele Bäume sind. Aber er würde sich wünschen, dass Waldheim wenigstens einen Teil unter Schutz stellen und damit ein Zeichen für andere Städte wie Leisnig und Hartha setzt. Dort hatten die Naturschützer vor Waldheim zahlreiche Bäume vermessen und dokumentiert. Unter Schutz gestellt wurde aber bisher keiner.

Waldheims Bürgermeister Steffen Blech (CDU) versprach, das Anliegen in die nächste Beratung des Städtebundes SachsenKreuz mitzunehmen, in dem die drei Kommunen vereint sind. Michael Wittig, Dezernent für Bau und Stadtplanung, sieht das Baumbuch als Arbeitsgrundlage für die Stadt. "Es hilft uns, die Bäume zu erhalten", sagt er.

Stadtrat muss entscheiden

Welche der 22 vorgeschlagenen Bäume tatsächlich unter Schutz gestellt werden, darüber muss der Stadtrat entscheiden auch in welcher Form das geschehen soll. Klaus Friedrich würde sich nicht nur die Naturschutzplakette mit der Eule wünschen, sondern auch eine Tafel mit einer kurzen Beschreibung des Baumes.