DA 29.12.2012

Geschwindigkeit im Kleinformat

Foto: André Braun

Foto: André Braun

Rennboote und Rennautos, beziehungsweise Offroadbuggys in Modellform sind die große Leidenschaft von Sebastian Hilbert (links) und Enrico Hesse. Sie bauen sie nicht nur selbst, sondern testen sie auch in der freien Natur. Beim Bau eines Bootes müssen die Männer zwischen 150 und 200 Teile zusammensetzen.


Von Cathrin Reichelt

In der Interessengemeinschaft (IG) haben sich Anfang 2011 fünf Männer im Alter zwischen Mitte 20 und 40 zusammengefunden. Sie eint die Faszination für den Bau von Auto- und Bootsmodellen. Vor Kurzem hat sich die IG dem Waldheimer Heimatverein angeschlossen. Zum einen haben die Männer dadurch die Möglichkeit, Sponsoren für ihre Freizeitgestaltung zu gewinnen. Zum anderen wollen sie sich aber auch in der Region einbringen. Erst vor wenigen Tagen haben sie ihr Hobby beim Wichtelmarkt zum Weihnachtsmärchen der Tanzperlen vorgestellt. Gibt es den Markt 2013 wieder, könnte sich Enrico Hesse vorstellen, erneut daran teilzunehmen. Ein fester Termin im Kalender ist bereits das zweite Modellboottreffen an der Talsperre Kriebstein zu Himmelfahrt. Diskutiert wird noch über eine Teilnahme am Waldheimer Stadtfest und Weihnachtsmarkt.

Das Mahagoniboot, das der IG-Chef derzeit baut, "ist eins fürs gemütliche Fahren", meint er. Die übrigen Boote sind recht schnell unterwegs. Sie flitzen schon mal mit 65 bis 95 km/h über die Talsperre Kriebstein. Mit den eingebauten Elektromotoren ist das problemlos möglich. Nur ein Boot hat einen Verbrennermotor. Wollen die Modellbauer dieses ins Wasser setzen, brauchen sie dazu mehrere behördliche Genehmigungen.

Nicht nur die Boote, auch die Autos oder besser Offroadbuggys im Maßstab 1:8 bis 1:10 haben einiges unter der Motorhaube. Die Großen erreichen eine Geschwindigkeit zwischen 70 und 90 km/h und die kleinen, nur zwölf Zentimeter langen (Maßstab 1: 35), bis zu 35 km/h. Letztere sind reine Hallenfahrzeuge. Ihre Rennstrecke besteht aus Nadelfilz und wird ab und zu in der alten Turnhalle der Grundschule ausgelegt.

Bisher hat jeder Modellbauer stets allein an einem Modell gearbeitet und sich nur ab und zu die Hilfe eines anderen Bastlers geholt. Jetzt plant die IG das erste gemeinsame Projekt: das Modell eines Riva Aquarama. "Wir haben uns aber noch nicht entschieden, ob wir das 1,36 Meter, 1,80 Meter oder 2,80 Meter lange Modell nehmen", so Hesse. Der Aufbau werde aber mindestens ein Jahr dauern. Denn der Bausatz bestehe nur aus den Spanten. "Die Beplankung und die Innenausstattung muss jeder selbst herstellen", erklärt der IG-Chef.

Im Moment entstehen die Modelle nur aus Spaß am Basteln. Künftig wollen sich die Männer aber auch an Meisterschaften im Modellsport beteiligen.

Bis es soweit ist, suchen sie noch einen größeren Raum zum Basteln und einen Kleinbus für den Transport der Modelle. Neue Mitstreiter sind in der IG ebenfalls willkommen. Dabei sind die Modelle nicht auf Boote und Autos reduziert. "Auch wer Puppenstuben bastelt, ist ein Modellbauer. Bei uns ist Modellbau in jeder Form willkommen", so Enrico Hesse.