DAZ vom 06.01.2012

Die 1000er-Schallgrenze fällt

 Foto: W. Sens

Foto: W. Sens

Kulturamtsleiter Falk Hartig (2.v.l), Rainer Stumpf und Hans Peter Zacharias werden weiter an der Ausstellung zur Waldheimer Stadtgeschichte feilen.


Waldheim (HS). Zum ersten Mal fällt die 1000er-Grenze. "Wir hatten im vergangenen Jahr 1063 Besucher in unserem Museum", teilte gestern Waldheims Kulturamtsleiter Falk Hartig auf Nachfrage der Döbelner Allgemeinen Zeitung mit. Zudem finden sich vermehrt neue Besucher in den Räumen an der Gartenstraße ein. Bevor er die Ausstellung übernahm, wurden lediglich 617 Gäste gezählt.
Eine stattliche Entwicklung. Für die Hartig verschiedene Begründungen parat hält. "Wir haben im vergangenen Jahr damit begonnen, die stadtgeschichtliche Ausstellung über Waldheim neu zu gestalten", erklärte Hartig. Seit 1999, seitdem das Museum von der Bahnhofstraße (ehemalige Sparkasse) in die Räume des Waldheimer Kulturzentrums zog, blieb die Ausstellung unverändert. "In Fachkreisen sagt man, dass nach zehn Jahren Dauerausstellungen verändert werden müssen", so der Kulturamtsleiter. Sie müssten quasi dem Zeitgeist entsprechend angepasst werden. Alte Schaustücke raus, neue rein. "Wir können bei unserem begrenzten Raumangebot sicher nur einzelne Stücke der Stadtgeschichte zeigen", sagte Hartig weiter. 2011 wurde alles über Waldheim bis zum Jahr 1902 überarbeitet, dem Jahr der feierlichen Einweihung des Waldheimer Rathauses. Das war Teil eins der Umgestaltung. "In diesem Jahr soll Teil zwei folgen. Das sind die Jahre von 1850, also von der Industriellen Revolution bis 2010. Die Ausstellung soll dann mit dem 20-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Waldheim und Landsberg am Lech enden", teilte der Kulturamtsleiter mit. Die Schau wird dabei den DDR-Alltag widerspiegeln. Und natürlich weite Abschnitte der industriellen Entwicklung Waldheims wiedergeben. "Wir können mit der Dauerausstellung nicht bis ins kleinste Detail gehen. Dafür sind dann die Sonderschauen gedacht", erläuterte Hartig das Konzept.
Unterstützung bekommt er bei der Neugestaltung durch die Interessengemeinschaft Museum des Waldheimer Heimatvereins. Im speziellen führte er dabei Hans-Peter Zacharias an, der maßgeblich an der Neuausrichtung des Museums beteiligt ist.
Und die Besucherzahlen bewiesen, dass das Konzept aufgeht. Hartig erklärte, dass es aber auch noch Ecken und Kanten gebe, an den gefeilt werden müsse. So sei die Ausstellung mehr für Leute gedacht, die ihre Erinnerungen wieder auffrischen wollen. Junge Leute lassen sich noch nicht so häufig blicken wie gewünscht.
Ein Ansatzpunkt um dies zu verändern, sind das Stadtralleye-Angebot an Schulen "Auf Napoleons Fersen" und die archäologischen Ausgrabungen in den Kellerbergen. Beide Sachen sind genau auf den sächsischen Lehrplan abgestimmt. "Die beiden Angebote werden zusehends besser angenommen", so Hartig.