DAZ 23.03.2012

Waldheim. Mehr als vier Jahre dauerten die Arbeiten am Waldheimer Baumbuch. Die erste Auflage ist bereits vor der offiziellen Präsentation vergriffen. Weitere Bücher mit dem Titel "Die grünen Kronen Waldheims" sollen in Druck gehen.
Wenn der Harthaer Naturfreund Klaus Friedrich erst einmal über Bäume ins Erzählen kommt, dann fangen seine Augen an zu glänzen und er gerät regelrecht ins Schwärmen. "Waldheim kann wirklich stolz auf seinen alten Baumbestand sein", sagte Friedrich. Zusammen mit Kurt Böhm, Albrecht Hänel und Dieter Reinhardt katalogisierte er die Bäume.
"Wenn Sie mich jetzt fragen, was der schönste Baum Waldheims ist, kann ich gar keine Antwort geben. Es sind einfach so viele, die man einfach gesehen haben muss", sagte Dieter Reinhardt, der unter anderem die Fotos zum Buch beisteuerte. Alle machten klar, dass es eine Menge Arbeit gewesen sei, alle hölzernen Riesen anzusteuern, diese zu vermessen und deren Geschichte zu recherchieren.
"Weil wir in Waldheim die Vereinsförderung und Gelder darüber bekommen haben, konnten wir auch den Druck finanzieren", erklärte Albrecht Hänel, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins. In den kommenden Wochen werde auch die zweite Auflage mit insgesamt 20 Büchern wieder in der Zschopaustadt erhältlich sein. Die Baumbücher verkaufen Mitarbeiter im Allianz Büro Lässig.
Wer jetzt meint, dass das Buch mit den alten hölzernen Gesellen auf Nimmerwiedersehen in einem Schubkasten der Verwaltung der Stadt verschwindet, der täuscht sich. Die Kommune plant, aufgelistete Exemplare ganz besonders unter Schutz zu stellen. Das allerdings ist auch mit Kosten für die Verwaltung verbunden. Denn wie Bauamtsleiter Michael Wittig klar machte, müssen diese Gehölze besonders gepflegt werden. Heißt: Totholz muss herausgeschnitten werden. Das kann kosten. "Wenn die Stadt schon mal mit zehn besonders schützenswerten Bäumen beginnt, wäre das ein Zeichen", sagte Klaus Friedrich. Ein Zeichen auch an die Nachbarstädte Hartha und Leisnig. Denn dort gibt es ebenfalls eine Liste mit besonderen Baumriesen. "Dort haben die Stadträte allerdings noch nicht über die Bäume entschieden, die geschützt werden sollen", mahnte Friedrich gestern an. Lediglich Bockelwitz habe schnell gehandelt und nach der Katalogisierung Bäume unter Schutz gestellt, gab der Harthaer Baumfreund bekannt.
"Ich werde dieses Problem gleich mal mit in den Städtebund nehmen. Vielleicht bekommen wir darüber etwas hin", sagte Waldheims Bürgermeister Steffen Blech (CDU). Er machte klar, dass die Stadt immer offene Ohren für solche Projekte habe. Der Bauamtsleiter fügte an, dass er, auch wenn es ihm schwer falle, hin und wieder Fällgenehmigungen für alte Bäume erteilen muss. "Gerade Linden werden hohl. Dann müssen die Grundstückseigentümer, die auch fällen dürfen", so Wittig. H. Stets