DAZ 27.02.2014

Neue Sonderausstellung im Stadtmuseum

Foto: Wolfgang Sens

Foto: Wolfgang Sens

Heute wird die neue Sonderausstellung im Waldheimer Stadtmuseum feierlich eröffnet. Bis zu letzt wurde an den Details für die Schau gefeilt. Martina Fiedler half beim Aufbau und bei der Anordnung der Exponate.

beschäftigt sich mit der Arbeit des Uhrmachermeisters Christian Ludwig

Waldheim (HS). Ein Stück Handwerkstradition kehrt in die Zschopaustadt zurück. Allerdings nur in das Stadtmuseum. Dort wird heute 17 Uhr die Sonderausstellung "40 Jahre Uhrmachermeister Ludwig" feierlich eröffnet.
Im November 1965 eröffnete Christian Ludwig sein Geschäft und ließ damit die Uhrmachertradition im Zentrum der Stadt wieder aufleben. Dort hatte die Uhrmacher-Familie Kühne von 1870 bis 1936 ihr Domizil. Ludwig legte seine Meisterprüfung in Chemnitz ab. Von Verwandten habe er damals erfahren, dass in Waldheim ein Uhrmachermeister gesucht werde. Von Anfang an hatte Ludwig viel zu tun. So viel, dass seine Frau Anneliese ihren Krankenschwesterberuf an den Nagel hängen musste, um ihrem Mann im Laden zu unterstützen. 1981 war das Waldheimer Geschäft das erste im gesamten Landkreis Döbeln, das auch Quarzuhren zur Reparatur annahm. Nach der politischen Wende erweiterten Ludwigs ihr Sortiment und boten auch Schmuck an. Am 31. März 2001 ging ein Stück Uhrmachertradition am Waldheimer Obermarkt zu Ende. Ludwigs verabschiedeten sich in den Ruhestand und schlossen ihr Geschäft.
Wer ab sofort das Waldheimer Stadtmuseum an der Gartenstraße besucht, begibt sich auf eine Zeitreise. Sämtliche Exponate, die kleinsten sind nur wenige Millimeter groß, stellte der Waldheimer Uhrmachermeister zur Verfügung, teilte Katja Treppschuh, Leiterin des Waldheimer Kulturzentrums, mit. Vermittelt habe den Kontakt Karl-Heinz Teichert. Er hat schon viele Heimatblätter veröffentlicht, kenne Ludwig und seine Arbeit schon sehr lange, so Treppschuh.
Wer die neue Sonderausstellung des Stadtmuseums in Augenschein nimmt, erlebt eine Zeit, in der Uhren noch keine Batterien besaßen, noch keine Quarzkristalle hatten und nicht angewiesen waren auf ein Funksignal. Es geht in eine Zeit wo Uhren noch jeden Tag von Hand aufgezogen wurden, als sie noch ein Pendel besaßen. Also in eine Zeit, als Uhren noch richtige kleine und auch große mechanische Meisterwerke waren. Natürlich sind auch ein paar Quarzuhren aus DDR-Produktion zu sehen. Schließlich gehören diese digitalen Zeitmesser auch zum Leben des Waldheimer Uhrmachermeisters dazu. Aber die Vielzahl der Produkte stammt aus der Zeit, als die meisten Uhren noch Juwelen als Lagerschalen oder Wellen besaßen. Einfach einzigartig.
Während der heutigen Ausstellungseröffnung wird auch der Handwerkermeister Christian Ludwig anwesend sein und Fragen zu seiner Arbeit beantworten. Karl-Heinz Teichert wird in die Ausstellung einführen, teilte Katja Treppschuh mit.